

Über den Künstler
Ina Loreta Savickienė arbeitet mit Tinte und mineralischen Pigmenten auf Reispapier und erkundet die Maltraditionen Ostasiens, einschließlich der chinesischen Gongbi- und Xieyi-Techniken sowie der japanischen Sumi-e und Nihonga.
Während sie in verschiedenen kulturellen Traditionen arbeitet, strebt die Künstlerin nicht nach stilistischer Nachahmung. Stattdessen sucht sie eine persönliche visuelle Sprache, in der Malerei zu einem Weg wird, Zeit, Stille und die natürlichen Prozesse des Wandels zu erleben. Ihre Arbeiten sind durch ein Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Zufall definiert: Die Linie bleibt diszipliniert, während das Material selbst agieren darf. Diese Spannung schafft ein lebendiges, sich veränderndes Bild, in dem die Form nur als Andeutung erscheinen kann und der Raum offen und undefiniert bleibt.
Farbe und Hintergrund spielen eine bedeutende Rolle in ihren Arbeiten, nicht als dekorative Elemente, sondern als atmosphärischer Raum. Mineralische Pigmente werden so geschichtet, dass die Farbe wie Licht, Nebel oder Luft wirkt. Der Hintergrund ist niemals neutral – er umhüllt das Motiv und verleiht ihm Tiefe und Stimmung. Licht wird nicht direkt dargestellt, sondern entsteht durch tonale Intensität, Übergänge und das Verhältnis zum leeren Raum.
Die Künstlerin malt natürliche Motive – Bäume, Landschaften, Pflanzen, Höfe und Gärten – und interpretiert sie durch die Ästhetik der ostasiatischen Malerei. Wo östliche künstlerische Philosophie auf die Erfahrung der baltischen Landschaft trifft, erhalten vertraute Bilder eine neue, kontemplative Resonanz, die den Betrachter einlädt, innezuhalten und Momente der Stille und Harmonie zu erleben.
Ina Loreta Savickienė hat seit 2020 den offiziellen Status einer Künstlerin. Sie hat über 10 Einzelausstellungen organisiert und an zahlreichen Gruppenausstellungen in Litauen und im Ausland teilgenommen.